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Apps4 Min. lesen · Herbst 2026

Store-Bilder für zwölf Sprachen, ohne Grafikprogramm

Wie die Store-Bilder von Babytakt entstehen. Fast alles sind echte Aufnahmen, Texte und Rahmen setzt ein Skript.

Für Babytakt liegen 240 Store-Bilder im Repo: 96 für Android-Telefone, 84 fürs iPhone, 48 für die Uhr und zwölf Funktionsgrafiken für Google Play. Das sind je Sprache acht Telefonbilder, sieben iPhone-Bilder, vier Uhr-Bilder und eine Grafik, in zwölf Sprachen. Ein Grafikprogramm habe ich dafür nicht geöffnet.

Aufnahmen statt Attrappen

Die Bildschirme in den Store-Bildern sind Aufnahmen aus dem Android-Emulator und dem iPhone-Simulator. Die App läuft dabei mit Demodaten und dem Demokind „Ben“. Auch Widget und Mitteilung stammen echt vom Startbildschirm. Fast alles ist also echt. Gezeichnet sind nur zwei Stellen: die Familienkarten in Bild 5 und, nur bei Google Play, die Uhr in Bild 6.

Die Aufnahmen macht ein Skript. Es stellt Sprache und Aussehen ein, trägt die Demodaten ein, tippt sich durch die App und fotografiert. Jede Aufnahme prüft sich selbst: Vorher und nachher liest das Skript die Oberfläche neu aus. Ein Fenster mit „reagiert nicht“ oder ein fast schwarzes Bild zählt nicht. Was schon fertig ist, wird übersprungen. Bricht ein Lauf ab, starte ich ihn einfach noch einmal.

Die Uhr steht still

Damit alle Bilder dieselbe Geschichte erzählen, ist es in jedem Tagbild 18:14, und Ben schläft seit 18:04. Die Demo-Einträge tragen Sekunden. Nur in einem Fenster von gut zwanzig Sekunden zeigt die App alle Zeitangaben so, wie sie im Bild stehen sollen. Das Skript hält die Uhr des Emulators deshalb genau dort fest. So zeigen auch Glas, Holz und Knete dieselben Zahlen.

Laufende Uhren zählen trotzdem echte Sekunden, etwa der Schlaf im Widget. Dort wartet das Skript, bis „10:30“ dasteht, und liest das mit einer Texterkennung ab. Auf Arabisch hielt die Texterkennung die Schrift direkt vor der Uhr für Ziffern. Dafür gibt es jetzt eine Ausnahme.

Im iPhone-Simulator lässt sich die Uhr gar nicht stellen. Dort bekommt die App beim Start eine kleine Bibliothek mitgegeben, die ihre Uhr auf dieselbe Zeit stellt und fast anhält: Eine Minute in der App dauert zwei echte Stunden.

Texte und Rahmen kommen aus Chrome

Die acht Bilder für Google Play sind eine einzige breite HTML-Seite je Sprache: Himmel, Überschriften, Telefonrahmen, darin die Aufnahmen. Chrome fotografiert sie ohne sichtbares Fenster, danach wird das Bild in acht Teile geschnitten. So entsteht ein Panorama von der Nacht bis zum Abend, und Himmel, Sonne und Farbwolken laufen über die Bildränder weiter.

Die Texte messen sich selbst. Ist eine Überschrift in einer Sprache zu lang, wird sie kleiner statt abgeschnitten, und ein Prüflauf zeigt, wo das passiert ist. Die Namen und Sätze unter den drei Aussehen in Bild 2 kommen 1:1 aus den Textdateien der App. Im Store stehen also dieselben Wörter wie in der App.

Hier der obere Teil von Bild 4 auf Deutsch, Russisch und Arabisch. Die Zahlen sind überall dieselben.

Der obere Teil des Store-Bilds „Wann kommt die nächste Mahlzeit?“ auf Deutsch, Russisch und Arabisch: gleiche Uhrzeiten, die arabische Fassung steht rechtsbündig

Eine Sprache mehr ist ein Textblock

Für eine neue Sprache brauche ich einen Textblock mit den Bildtexten und je einen Durchlauf an Emulator und Simulator. Den Rest erledigen die Skripte. Für Kyrillisch und Arabisch hat die Schrift der App keine Zeichen. Die Bildtexte nehmen dort eine Systemschrift, Lateinisches wie „Babytakt“ und die Ziffern bleiben in der App-Schrift. Arabisch steht rechtsbündig und bekommt keine Sperrung: Die Buchstaben sind verbunden, Abstand dazwischen würde die Wörter zerreißen.

Was die Stores nicht wollen

Apple lehnt Hinweise auf andere Systeme ab. Auf den iPhone-Bildern fehlen deshalb die Android-Teile: kein Widget, keine Mitteilung, keine Wear-OS-Uhr. In der Beschreibung tauscht das Werkzeug die Zeile zur Uhr aus. Google verbietet in Titel und Bildern Wörter wie „kostenlos“ oder „Nr. 1“. „Kostenlos“ steht deshalb nur in der Beschreibung. Hochgeladen wird für beide Stores ebenfalls per Skript.

Die Uhr kam zuletzt

Inzwischen gibt es eigene Uhr-Bilder: je Sprache vier echte Bildschirme vom Wear-OS-Emulator, nämlich Kachel, Mengenfrage, die Liste „Mehr“ und „Zuletzt“. Ohne gekoppeltes Telefon legt ein Probe-Baustein einen Beispielstand auf die Uhr, und das Skript tauscht dessen Wörter gegen die der jeweiligen App-Sprache. Google verlangt diese Bilder in jedem Store-Eintrag, bevor sich Wear OS freischalten lässt.

Zwei runde Uhr-Bildschirme auf Italienisch: die Kachel mit Biberon, Pannolino und Sonno, daneben die Liste „Altro“ mit Allattamento und Tiralatte

Beim Aufnehmen fiel auf, dass „Stillen“ auf Italienisch und Portugiesisch nicht in den Knopf der Kachel passt. „Allattamento“ ist zu lang. Die Uhr-Bilder zeigen auf der Kachel deshalb den Schlaf, das Stillen steht unter „Mehr“. In der App ist das noch nicht behoben, es steht auf der Liste. Solche Funde gab es schon öfter: Auf Spanisch brach ein Wort in der Widget-Wahl um, gesehen beim Aufnehmen und danach behoben. Wer jeden Bildschirm in zwölf Sprachen fotografiert, sieht auch die Wörter, die nicht passen.

Was offen ist

Muttersprachlich geprüft sind nur Deutsch und Englisch. Die Store-Texte für Französisch, Italienisch, Polnisch und Türkisch hat eine KI geschrieben. Danach wurden sie gegengelesen und auf die Längengrenzen der Stores geprüft. Einen Menschen, der die Sprache spricht, ersetzt das nicht.

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