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Apps4 Min. lesen · Sommer 2026

Vier Namen in vier Wochen

Nachtschicht, Stilllog, Babylife, Babytakt. Wie meine App zu ihrem Namen kam und warum der vor dem ersten Upload feststehen musste.

In den ersten vier Wochen hatte Babytakt vier Namen. Der erste war nur ein Arbeitstitel. Die anderen drei standen jeweils im Code, in der Domain und in der Kennung der App, und zwei davon musste ich wieder ausbauen.

Nachtschicht und Stilllog

Angefangen hat das Projekt als „Nachtschicht“. Keine zwei Tage später stand der erste richtige Name: Stilllog. „Still“ für Stillen und für Ruhe, „log“ für Tagebuch. Die Domain habe ich am selben Tag gesichert.

Drei Tage hielt er. Der Anstoß kam aus der Familie: „Still-“ schließt aus. Gefüttert wird auch mit der Flasche, und eine Mutter, die nicht stillt, fühlt sich von dem Namen nicht angesprochen, sondern ausgeschlossen. Dazu ist „log“ Technikersprache, und drei l hintereinander bestehen keinen Telefon-Test: Schreibt man das mit zwei oder mit drei?

Babylife: frei, dachte ich

Daraus wurde Babylife. Der Name sagt in einer Sekunde, worum es geht, und trägt auf Deutsch wie auf Englisch. Die Domain war frei, im Play Store trug keine App diesen Namen. In derselben Runde flogen andere raus: BabysWelt, weil „welt“ im Englischen Striemen heißt. Babystories, weil die Play-Suche dazu vierzehn Vorlese-Apps liefert. Babyfamily kam bis in den Warenkorb, aber der Funke fehlte.

Gut drei Wochen später musste auch Babylife weichen. Eine eingetragene EU-Wortmarke schützt genau solche Software: Programme, die Daten über Babys aufzeichnen, und den Online-Abgleich solcher Daten. Die Marke ist getrennt geschrieben, gesucht hatte ich nur „babylife“ in einem Wort. Und nur im Play Store.

Babytakt: diesmal richtig geprüft

Babytakt, im Takt des Babys. Diesmal habe ich vor der Entscheidung vollständig geprüft:

Marken, Stores und Domains waren frei. Verworfen habe ich in dieser Runde kurze Einzelwörter wie Murmel oder Nubo, die alle schon als Software-Marke belegt sind, Babyspur wegen „bone spur“ im Englischen und Babymosaik, weil die Suche dazu „Mosaik-Trisomie“ findet. Die Domain babytakt.app habe ich am selben Tag gekauft.

Eine neue Kennung ist eine neue App

Der Name auf dem Startbildschirm lässt sich später noch ändern. Die Kennung der App nicht, jedenfalls nicht nach dem ersten Upload in den Play Store. Bei mir hängt sie an der Domain der App, nicht an bork.media, denn die App gehört zu ihrem Namen und nicht zur Agentur. Also wanderte sie mit jedem Namen mit.

Für Android ist eine neue Kennung keine umbenannte App, sondern eine andere:

Solange nichts im Store liegt, ist ein Umzug dagegen ein einziger Commit, den man zurücknehmen kann. Deshalb musste der Name vor dem ersten Upload stehen. Babytakt kam nach vier Wochen, der erste interne Test ging drei Wochen später hinaus.

Was ein Umzug kostet

Beim ersten Wechsel lief die App nur in Emulatoren, beim zweiten nutzte sie noch niemand. Es gab keine Sicherungen umzuwandeln und keine Gruppe zu übergeben. Deshalb habe ich jedes Mal hart geschnitten: neue Endung und neue Kennung der Sicherungsdatei, kein Leser für das alte Format.

Arbeit war es trotzdem. Der erste Umzug betraf 167 Dateien mit 921 Ersetzungen in drei Schreibweisen. Der zweite, schon mit dem iPhone-Teil: 405 Dateien und 2.396 Stellen geändert, 336 Dateien verschoben. Ausgenommen waren die Notizen zu den Entscheidungen und die alten Entwürfe. Geschichte bleibt Geschichte.

Was ich mitnehme

Eine freie Domain ist keine Markenprüfung. Geprüft wird getrennt und zusammen geschrieben, unscharf, in allen Klassen, die die App berührt, und in jedem Store, in den sie soll. Und ich benenne um, bevor irgendjemand die App installiert hat.

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